Ohne Schengen/Dublin: Das steht für den Thurgau auf dem Spiel

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Ohne Schengen/Dublin: Das steht für den Thurgau auf dem Spiel

15.05.2026

Was hätte ein Wegfall von Schengen/Dublin für den Kanton Thurgau zur Folge? Diese Frage hat Nicole Zeitner (GLP) gemeinsam mit Kantonsrät:innen aus FDP, Die Mitte, SP und GRÜNE dem Thurgauer Regierungsrat gestellt. Die nun vorliegende Antwort zeigt: Ein Wegfall oder eine Einschränkung hätte spürbare Folgen – für das Asylwesen, die Polizeiarbeit und die innere Sicherheit. Genau dieses Risiko stellt sich bei der sogenannten 10-Millionen-Initiative.

Bild: Nicole Zeitner, Kantonsrätin und Vize-Präsidentin GLP Thurgau

 

«Die Antwort ist deutlich: Wer Schengen/Dublin aufs Spiel setzt, riskiert mehr Bürokratie, höhere Kosten und weniger Sicherheit. Gerade der Thurgau als Grenzkanton ist auf eine schnelle und verlässliche Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten angewiesen», sagt Kantonsrätin Nicole Zeitner. Besonders konkret zeigt sich das beim Dublin-Abkommen. 2025 war der Kanton Thurgau für 708 Dublin-Überstellungen zuständig. Fällt dieses Instrument weg, müssten mehr Asylgesuche in der Schweiz behandelt werden. Die Folge wären längere Verfahren, mehr Personen im kantonalen Asylsystem und zusätzliche Kosten – etwa bei Unterbringung, Sozialhilfe, Nothilfe und Rückführungen.

 

Auch sicherheitspolitisch wären die Folgen einschneidend. Informationssysteme wie SIS, VIS und Eurodac sind zentrale Arbeitsinstrumente für Polizei, Migration und Sicherheitsabklärungen. Ohne direkten Zugriff wären wichtige Informationen nicht mehr automatisch und rechtzeitig verfügbar. Abklärungen würden langsamer, aufwendiger und weniger verlässlich. Für den Grenzkanton Thurgau ist das besonders relevant. Die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit ist im Bodenseeraum entscheidend. Sie ermöglicht schnelle Informationen, gemeinsame Fahndungsmöglichkeiten und funktionierende Kontakte über die Grenze hinweg. Ohne diese Zusammenarbeit würde ein eingespieltes Sicherheitssystem geschwächt.

 

«Ein Wegfall von Schengen/Dublin würde die Schweiz nicht sicherer machen, sondern verletzlicher. Die 10-Millionen-Initiative schafft keine Ordnung, sondern Unsicherheit. Sie gefährdet bewährte Instrumente, die unsere Polizei, unsere Behörden und unsere Gemeinden im Alltag brauchen», sagt Nicole Zeitner.

 

Die Regierungsantwort macht zudem deutlich: Eine Einschränkung dieser Zusammenarbeit liesse sich nicht einfach mit mehr Personal auffangen. Es ginge nicht nur um zusätzlichen Aufwand, sondern um den Verlust wichtiger Informationen und eingespielter Abläufe.

 

Für Nicole Zeitner ist die Antwort ein klares Signal: «Der Kanton Thurgau braucht funktionierende Schengen/Dublin-Instrumente für geordnete Asylverfahren, wirksame Polizeiarbeit und die innere Sicherheit. Die 10-Millionen-Initiative gefährdet diese Zusammenarbeit!»

 

Stettfurt, 15.05.2026

 

Kontakt für Rückfragen: Nicole Zeitner,Kantonsrätin und Vize-Präsidentin GLP Thurgau, nicole.zeitner@grunliberale.ch, 078 748 32 66