Initiative für ein transparenteres Wahlsystem im Thurgau

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Initiative für ein transparenteres Wahlsystem im Thurgau
Im Kanton Thurgau verzerrt das heutige Wahlsystem den Wählerwillen. Schon kleine Veränderungen im Wähleranteil führen zu massiven Sitzverschiebungen im Grossen Rat – oder zu unverdienten Mandaten wegen undurchsichtigen Listenverbindungen. Wir wollen das System ändern – mit dem Doppelproporz nach Pukelsheim: Für mehr Fairness, Transparenz und Vertrauen in unsere Demokratie.

Im Kanton Thurgau verzerrt das heutige Wahlsystem den Wählerwillen. Schon kleine Veränderungen im Wähleranteil führen zu massiven Sitzverschiebungen im Grossen Rat – oder zu unverdienten Mandaten wegen undurchsichtigen Listenverbindungen.

 

Ein Beispiel: Bei den letzten Grossratswahlen verloren die Grünliberalen trotz nur 1.1 % weniger
Wähleranteil gleich drei Sitze – ein Drittel der Fraktion, denn in drei Bezirken wurde ihr Wähleranteil
«abgerundet». Der Wähleranteil im Kanton hätte mit dem Doppelproporz nach Pukelsheim ohne
Mindestquorum 8 Sitze bedeutet.

 

Es geht heute aber nicht um die GLP, sondern um das Prinzip. Deshalb lancieren heute Vertreterinnen und Vertreter von 5 Kleinparteien diese Volksinitiative: die GLP, die Grünen, die EVP, die EDU
und Aufrecht Thurgau. Auch einzelne Exponentinnen und Exponenten der SP unterstützen diese
Initiative.

 

Wir wollen das System ändern – mit dem Doppelproporz nach Pukelsheim: Für mehr Fairness,
Transparenz und Vertrauen in unsere Demokratie.

 

So funktioniert der Doppelproporz:

  1. Stimmen werden zuerst kantonal ausgewertet → ergibt eine faire Sitzverteilung pro Partei.
  2. Danach werden die Sitze auf die Bezirke verteilt – proportional zur Parteistärke.
  3. Die Gesamtzahl der Sitze, die jedem Bezirk zusteht, ändert sich nicht.

Das Resultat: Kein Verlust durch Listenwirrwarr, keine Restmandate durch Zufall. Sondern: Klarer
Wählerwille.

 

Eine Interpellation der EVP, welche im Mai dieses Jahres im Grossen Rat diskutiert wurde, hat ge-
zeigt, dass die grossen Parteien das System nicht ändern möchten, denn sie profitieren in der Regel
von den Listenverbindungen. Dies war der Anlass, weshalb wir Kleinparteien uns zum Aufstand
entschlossen haben.

 

Der Souverän ist das Thurgauer Volk. Es wählt den Grossen Rat und soll nun auch entscheiden, ob
unsere Initiative vors Volk kommt und dort auch eine Mehrheit findet.

 

Die Initiative wurde am 5.9.2025 im Amtsblatt veröffentlicht. Die Unterschriftensammlung startet
ab heute. Innert 6 Monaten müssen nun mindestens 4’000 Unterschriften im Kanton Thurgau ge-
sammelt werden. Wir sind überzeugt, dass die Wählerinnen und Wähler im Thurgau diesen Sys-
temwechsel unterstützen, weil sie möchten, dass ihre Stimme auch der Partei zugutekommt, die
sie gewählt haben.

 

Medienmitteilung vom 9. September 2025

Ueli Fisch

Präsident Initiativkomitee, Alt-Kantonsrat GLP